Krefelder Stadtgeschichte auf Verteilerkästen (II)

Mittlerweile laufe ich in meinem Wohnumfeld immer mit geneigtem Kopf, rechts und links Ausschau haltend nach neu gestalteten Verteilerkästen. Ich wußte nicht, wieviele von diesen Kästen am Straßenrand stehen. Strom- und Telekommunikation will halt in die Haushalte verteilt werden. Dazu kommen noch eine Reihe rechteckiger Kästen der Deutschen Post, die darin m.W. die Werbung zwischenlagert, mit der sie euch am Wochenende beglückt.

Wie bereits im ersten Teil beschrieben, werden hier in meinem Viertel viele dieser Kästen derzeit aufgehübscht. Seit sich auch die Krefelder Gruppe bei Facebook mit den Kästen beschäftigt, bin ich bei jeder Veröffentlichung wieder neugierig, welche ich denn schon kenne und welche ich noch nicht entdeckt habe. Das gleicht einer kleinen Schnitzeljagd, denn fast jede Woche kommen wieder neue Exemplare dazu.

Nicht jeder Post- oder Verteilerkasten ist gleich zwei Meter groß, sondern machmal auch nur hüfthoch und wenn er statt an einer Hauswand am Bordsteinrand steht, könnte er sogar von beiden Seiten beklebt sein. Ihr habt den ersten Teil „Krefelder Stadtgeschichte“ noch nicht gelesen? Dann nochmal kurz zum Einstieg, die Kästen werden gereinigt, gestrichen und auf der Vorder- und teilweise auch auf der Rückseite mit Bildern Krefelder Stadtgeschichte oder mit Persönlichkeiten beklebt, nach deren Name z.B. die Straße oder der Platz benannt wurde.

So habe ich z.B. erfahren, daß sich vor gut 100 Jahren ganz in der Nähe ein Ausflugslokal, eine Rennbahn und eine Badeanstalt namens Bremerhafen befand. So macht die Postkarte auf dem Kasten nebenan Sinn, die aus Krefeld Bremerhafen grüßt. Alles was davon heute noch übrig ist, ist der Entwässungsgraben. Der Namesgeber der Friedrich Ebert Straße, eben jener Friedrich Ebert, war sogar mal auf der 5,- DM Münze. Na, wer hat’s gewußt?

Die Wilhelmshofallee, heute eine Durchgangsstraße vorbei an Haus Lange und Haus Esters, mit einer Tempo 30 Zone am Altenheim, ist heute noch gesäumt von schönen Häusern und Villen, wie sich auf einem alten Foto am Verteilerkasten wiedererkennen läßt. Gleich daneben wird erklärt, wie hier Ende des 19. Jahrhunderts die Baugebiete entstanden und Krefeld sich vergrößerte. Das Mutterhaus des DRK am Ende der Hohenzollernstraße oder der Vlyner Platz, von dem ich gar nicht wußte, daß er so heißt, sind auf weiteren Kästen zu sehen.

Jeder bereits grün gestrichene Post- und Verteilerkasten ohne Bild erweckt meine Aufmerksamkeit, von den grauen Exemplaren mal ganz zu schweigen. Mittlerweile habe ich über 40 beklebte Kästen entdeckt. Am Moerser Platz wurde bereits der nächste graue Kasten auf Hochglanz gebracht. Ich bleibe gespannt, vielleicht hängt da schon bald das nächste Bild (zwei gibt’s am Moerser Platz schon).

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