Deep Blue im Stadtbad und Saal X

Manchmal muß man sich ranhalten, wenn man eine Ausstellung sehen möchte, vor allem dann, wenn sie nur an zwei Wochenenden läuft. Deep Blue ist oder besser war so eine Ausstellung im Krefelder Stadtbad. Blaue Phantasiewelten, Kunst und Performance, mal in Form von Bildern, mal in Form von Musik und mal in Form einer Blauen Grotte. Also genaugenommen, war es die frühere Herrentoilette des Stadtbades, aber gerade das macht es so bizarr. Jeder Raum oder sollte ich besser sagen jedes Bad eine andere Welt und im Kassenhäuschen die Zeitmaschine mit den Stimmen des früheren Personals.

Heute unvorstellbar, aber bis in die 1920er Jahre und teilweise noch danach ging man, mangels eigenem Bad, in eine Badeanstalt. Eine Wanne, eine Türe und eine gebuchte Zeit, in der sich die Türe schloss. Unser altes Stadtbad habe ich euch ja schon des Öfteren gezeigt, aber der vergangene Sonntag, gleichzeitig Tag des offenen Denkmals (hier mein Besuch aus dem letzten Jahr) war also wie gemacht Kunst und Kultur miteinander zu verbinden. Diverse Künstlerinnen und Künstler hatten sich zur Ausstellung „Deep Blue“ zusammengefunden.

Quallen und blaues Licht, kuriose Geräusche und blinkende Fische, bunte Kugeln und nette Monster, Kunst in der Seifenschale oder der Streichholzdose. Jedes Badezimmer entführte einen in eine neue Welt. Herrlich abwechslungsreich und das an einem ungewöhnlichen Ort. Vielen Dank, für die mit sehr viel Liebe hergerichteten Räume. Viel zu schade für nur zwei Wochenenden. Apropos blaues Licht, berühmtestes Filmzitat? Genau … „Was ist das?“ – „Das ist blaues Licht.“ – „Und was macht es?“ – „Es leuchtet blau.“ Welcher Film? Rambo III mit Sylvester Stallone.

Und weil es so schön regnete an diesem Sonntag, habe ich am Tag des offenen Denkmals zwei Ecken weiter noch den Saal X besucht. Was ist der Saal X? Der hintere Teil eines Hauses am Karlsplatz 8 in Krefeld. Unscheinbar, mal es ein (türkisches) Restaurant, mal ein Wild- und Geflügelgeschäft und zuletzt ein Lagerraum. Erst bei Renovierungsarbeiten entdeckte man einen großen Saal mit Stuckdecke wieder, die unter einer eingezogenen Decke verborgen war. Signaturen verkünden 1896 und damit wie gemacht für einen Denkmaltag. Nur ein einziger Raum, 200 qm groß aber total interessant, auch wenn man keine Ausbildung in Sachen Kunst am Bau hat.

Diese und noch ein paar weitere Bilder wieder bei Flickr und Google Photos.

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