
Es ist schon wieder unglaubliche 6 Jahre her, daß ich die letzte Landesgartenschau besucht habe, dabei kommt mir 2020 in Kamp Lintfort vor wie vorgestern. Dieses Jahr ist die LaGa nun also in Neuss zu Gast. Ein ehemaliges Rennbahngelände nahe der Neusser Innenstadt wurde dafür entsprechend hergerichtet. Für diesen Samstag wurde trockenes Wetter bei um die 20° vorhergesagt. Also los und zwar mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, denn im Eintrittspreis von 20,- € (Erwachsene) war das Ticket gleich enthalten.




Einzige Bedingung, man mußte, nachdem man die Eintrittskarte gebucht hatte, das ÖPNV Ticket noch dazu buchen. Es hat einen Moment gebraucht, dann lief es aber reibungslos und so konnte ich mit Bus, Bahn und Straßenbahn anreisen. Daß ausgerechnet an dem Samstag der Bahnübergang in Meerbusch Osterath Zicken machte und der Zug 20 Min. Verspätung einfuhr, kann National Express nicht angelastet werden. So traf ich gegen kurz vor 11.00 Uhr an der Haltestelle Neuss Stadtpark ein. Gleich am Eingang Ost geht es in verschiedene Muster- bzw. Themengärten, also mal hier starten.




Da ich privat keinen Garten habe, habe ich die Gärten einfach auf mich wirken lassen. Eine Gruppe älterer Herrschaften (ich darf nicht meckern, ich bin auch nicht mehr der Jüngste) startete hier mit einer Führung, so daß ich mich etwas davon abgesetzt habe. Es gibt drei Rundwege (der orange ist mit 2,5 km der längste), die einen als Besucher durch den Park begleiten. Man kann aber an den Wegkreuzungen auch davon abweichen, es gibt da keine Vorgaben. Die Tulpen waren bis auf ein paar Ausnahmen leider schon verblüht, so habe ich mein Augenmerk auf die Blumenbeete am Rand gerichtet. Eingefasst mit Holzlatten machten die Beete für mich einen etwas temporären Eindruck inmitten von Rollrasen.




An zwei Wegkreuzungen verlaufen noch die alten Sandbahnen der Rennbahn. Hier wurde im Prinzip nichts verändert. Noch gut zu erkennen war der Richterturm, den man in die Ausstellung integriert hatte. Auf den ersten Blick interessant sah der schwebende Pavillon aus, der praktisch an mehreren Bäumen aufgehängt wurde. Es ist m.W. der Schützenpavillon, eine Erläuterung dazu habe ich spontan nicht gefunden. Ihm gegenüber befindet sich ungefähr in der Mitte der Landesgartenschau die Blumenhalle, in der die Gärtner/-innen die Kunst der Dekoration präsentieren durften. Gleichzeitig gab es aber auch eine Möbelausstellung, ein paar Sitzplätze für Veranstaltungen, ein kleines Restaurant und ein paar Verkaufsstände.




Mittlerweile eine ganz Zeit unterwegs, habe ich es mir draußen auf einer der Bänke bequem gemacht, die Füße hochgelegt und die Sonnenstrahlen genossen, während auf den neu eingerichteten Spiel- und Sportplätzen um mich herum gespielt, trainiert oder Tischtennis gespielt wurde. Der Weg ganz im Südosten des Parks ist dann nicht so spektakulär, es geht von dort vorbei an der Skateranlage und der Seetarrasse, an der es zum ersten Mal etwas voller wurde. Nachdem ich fast wieder am Eingang Ost angekommen bin, habe ich die Ecke mit den Frühlingsblühern entdeckt.




„Mach’s dir gemütlch“ steht auf dem Liegestuhl und gerne habe ich die Einladung angenommen. Nach 3 Stunden mache ich mich schließlich auf den Weg zum Ausgang West. Außerhalb des LaGa Geländes stehen noch ein paar Gebäude der alten Rennbahn, das Shakespeare Theater und aktuell ein Riesenrad. Was ich bis diese Woche nicht wußte ist, daß in Neuss seit den 1990’er Jahren das Shakespeare Festival stattfindet. Sorry, davon hatte ich noch nie gehört und postwendend war abends ein Bericht darüber im WDR.




Schräg gegenüber des Riesenrads befindet sich der eingerichtete Fotohotspot am alten Hafen (Titelbild dieses Blogbeitrags). Von dort habe ich dann noch einen kleinen Abstecher in die Innenstadt gemacht. Vorbei am Quirinus Münster und dem Marktplatz wieder zurück zum Bahnhof. Da ich mich ziemlich spontan für den Besuch der LaGa entschieden hatte, hatte ich mich nicht über sonstige Hotspots in Neuss informiert und erst ein paar Tage später den Tourismusflyer runtergeladen.







Also war ich eine Woche später nochmal in den Straßen von Neuss unterwegs und habe mich zwischen Rathaus und Obertor, dem letzten erhaltenen Stadttor aus dem 13. Jahrhundert, umgesehen. Es gibt mehr so beiläufig eine Hand voll historischer Gebäude, die fußläufig gut zu erreichen sind. Zwischen Hafen und Landesgartenschau habe ich dann noch ein paar StreetArt Kunstwerke (rund um die LaGa vom Künstler Oldhouse) gefunden. Alle Bilder und ein paar mehr gibt’s auch wieder bei Flickr und GooglePhotos.







