Stevia – Süßstoff – Ein Test mißlingt

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Habt ihr schon mal von Stevia gehört? Wikipedia schreibt dazu „Stevia ist ein aus der Pflanze Stevia rebaudiana („Süßkraut“, auch „Honigkraut“) gewonnenes Stoffgemisch, das als Süßstoff verwendet wird […] Steviaprodukte können eine bis zu 450-fache Süßkraft von Zucker haben […]„. Da blättere ich vor 3 Wochen durch ein Supermarktprospekt und entdecke „Canderel Green Stevia“. Zwar wundere ich mich, daß Stevia, trotz seiner Süßkraft, hier in einem 40g Glas (etwa in der Größe einer höheren Kaffeetasse) verkauft wird, entschließe mich aber das Produkt auszuprobieren.

Am nächsten Tag kaum im Büro ausgepackt, merkt gleich ein Kollege an, das dieses Produkt auf keinen Fall pures Stevia sein könne, sondern bei der Glasgröße gestreckt sein müsse. In der Tat benötige ich für meinen Tee fast 2 Teelöffel und denke, da hättest du auch gleich Zucker nehmen können. Auch der Geschmack überzeugt mich nicht, im Gegenteil, es schmeckt irgendwie nach Süßstoff, leicht bitter / lakritzig. Genau das sollte bei der Steviasüße, die von Natur aus auch lakritzig schmecken soll, nicht der Fall sein. Also mache ich mich auf die Suche im Internet. Die Webseite von Canderel schreibt etwas von „CANDEREL Green Streusüße zum Süßen von Milchprodukten, Früchten und Getränken“ und weiter „Ideal zum Süßen von Desserts“. Ich ahne was von Süßstoff, fühle mich aber nicht wirklich schlauer und entschließe mich eine Anfrage per e-mail abzuschicken. Dann heißt’s warten … und warten … Ich wiederhole die Anfrage nach ca. 1 Woche mit dem Hinweis, daß ich das Produkt erklärt haben möchte und eine Antwort noch aussteht. Es vergehen weitere Tage und ich warte … und warte… Eine Antwort aus dem Hause Canderel erreicht mein Postfach bis heute nicht 😦 .

Kaloriensparender als Zucker ist diese „Streusüße“ bestimmt (lt. Aufdruck 2kcal pro Teelöffel, im Gegensatz zu Zucker mit 5 kcal), mal sehen also, was ich jetzt mit dem angebrochenen Glas mache, es ist ja noch bis 2015 haltbar.

[Update:] Die Firma Canderel hat sich leider tot gestellt oder liest keine e-mails. Stattdessen habe ich einen Link für einen Steviaratgeber bekommen. Auf der Seite http://www.steviaratgeber.de könnt ihr ein PDF Dokument runterladen. Ich übernehme keinerlei Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Broschüre, sondern möchte euch nur auf den Ratgeber hinweisen. Über den Inhalt müßt ihr selbst entscheiden.

13 Kommentare

  1. Hallo, reines Stevia ist in der EU nach wie vor zu Ernährungszwecken verboten (nur als Badezusatz erlaubt). Das, was in dem o.g. Produkt verwendet wird, ist E960, ein rein chemisches Erzeugnis, welches aus der Stevia-Pflanze gewonnen wird. Es hat zahlreiche Nebenwirkungen. Für Männer und Jungen würde ich unbedingt abraten (Stevia hat nachgewiesene Eigenschaften auf die männlichen Keimdrüsen). Für alle anderen würde ich bedenken, dass die Stevia-Pflanze nach wie vor in Krebsverdacht steht – das wird natürlich von den Erzeugern verneint bzw. verschwiegen. Ich habe vor Wochen in einem Blog mal einen Artikel dazu geschrieben: http://bereitsteller.wordpress.com/2012/03/29/stevia-susstoff-e-960/
    Liebe Grüße
    Dat Gaby

    Antwort

    1. Ehrlich? Ich dachte man dürfte mitlerweile Stevia als Zuckerersatz anbieten :-o. Danke dir für die Antwort und den Link, werde mal reinklicken und lesen.

      Antwort

    2. Liebe Gaby, das Stevia unfruchtbar macht, ist purer Blödsinn. Das Gerücht kam auf durch einen Fehler in einem EU-Gutachten und bezieht sich auf eine Studie, in der nur weibliche Rattengetestet wurden!!! Das Stevia mutagen wäre, wurde mittlerweile in zahlreichen Studien widerlegt und bis dato gibt es keine einzige Studie weltweit, in der Gesundheitsrisiken auf Grund von Stevia dokumentiert werden konnten. Ganz im Gegenteil!
      Männer in Paraguay drinken pro Tag rund 10-12 Tassen Maté Tee mit Stevia, wenn es impotent machen würde, wären die Paraguayanis schon ausgestorben, und mangels Pensionssystem sind Kinder dort immer noch die wichtigste Altersvorsorge.
      Ich weis ehrlich gesagt nicht wo du deine Informationen her hast, aber das stimmt definitiv nicht.
      Stevia ist auch kein reines chemisches Zeugs wie du schreibst, sondern eine Pflanze, aus der die Steviolgycoside gewonnen werden. Diese werden in einem industriellen Verfahren aus der Pflanze gezogen und gereinigt. Das Verfahren zur Gewinnung ähnelt dem von Zucker, da wird nix im Labor künstlich zusammen gepantscht.
      Die unten stehende Aussage, Stevia wäre immer noch verboten ist auch falsch, man kann es in der EU in flüssiger, krisalliner Form, als Tabs oder Pulver kaufen. Die Zeiten, in denen es nur als Badesalz gehandelt werden durfe, sind vorbei!
      Wer sich informieren will – http://www.steviaguide.at
      LG
      Bea

      Antwort

  2. Das was bereitsteller schreibt kann ich nicht unterschreiben, denn Stevia wird in keinster Weise chemisch behandelt oder auch nicht anders als ganz normaler Haushaltszucker. Die Zuckerindustrie hat natürlich ein Interesse daran, diesen Stoff schlecht zu machen, denn sie fürchten um ihren Gewinn.

    Antwort

  3. Nun, ich behaupte nicht, dass Zucker nicht chemisch behandelt wird. Aber Stevia ist immer noch als Nahrungsmittelzusatz in der EU verboten. Und E 960 ist kein Naturstoff, sondern chemisch extrahiert. In der Schweiz ist es verboten, die Bezeichnung „natürlich“ oder „Bio“ für E960 zu benutzen. Ich für mich habe eine Entscheidung getroffen, jeder muss seine Entscheidungen treffen. Ich bin i. Ü. in keiner Weise mit der Zuckerindustrie verbandelt. Ich empfehle auch nicht das Essen von Zucker.
    Liebe Grüße
    Dat Gaby

    Antwort

  4. Ich lebe in Paraguay, der Heimat der Stevia und kann oben gesagtes NICHT bestätigen.
    Stevia bzw. Steviolglycosid, auch Steviosid genannt, ist seit dem 2. Dezember 2011 in der EU als Nahrungsergänzungsmittel zugelassen und wird mit der Kennzeichnung E960 für den Verbraucher gekennzeichnet.

    Leider ist es so, daß in Deutschland fast ausschließlich Steviosid aus fernöstlicher Produktion verwendet wird. Dieses Stevia ist billig in zweifacher Hinsicht:
    1. In Fernost findet Stevia nicht die optimalen Wachstumsbedingungen und so wird chemisch nachgeholfen.
    2. In Fernost erfolgt die Extraktion der Blätter zum Steviosid auf chemischer Basis (Aluminiumsalze).
    3. Stevia aus Fernost ist daher unglaublich billig einzukaufen.

    Nachteil: es ist a) belastet und b) geschmacklich nicht tragbar.

    Die Händler in Deutschland vermischen daher dieses Stevia mit künstlichen Süßstoffen, damit das Geschmackserlebnis nicht allzu negativ ist. Oder man geht sogar soweit, daß gar kein Stevia drin ist.

    Hier bei uns in Paraguay ist alles anders.
    1. Es ist das Heimatland der Stevia
    2. Hier findet sie die optimalen Wachstumsbedingungen
    3. Wir brauchen nicht chemisch zu düngen.
    4. Die Extraktion erfolgt auf WASSER-Basis.

    Das Ergebnis ist ein sehr süßes und bitterfreies Stevia, vollkommen natürlich gewachsen und verarbeitet.

    Da ich im Thema drin bin, betreibe ich zur Verbraucheraufklärung einen deutschsprachigen Blog, mit Expertenwissen direkt aus Paraguay. Wer mag, kann gerne darin stöbern und sich selbst ein Bild machen bzw. eine Meinung bilden. Hier der Link: http://www.yerbabuenashop.wordpress.com

    Für Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.

    Sonnige Grüße aus Paraguay
    Yerbabuena

    Antwort

  5. Hallo,
    ich habe mir gestern das gleiche Produkt gekauft und ich kann das bestätigen.
    Man braucht wirklich soviel Löffel Stevia wie man auch Zucker nehmen würde und es gibt auch den gleichen ekligen Nachgeschmack wie beschrieben, fast wie der künstliche Süßstoff.
    Hätte ich nicht gedacht!!
    LG
    Mario

    Antwort

    1. Ich weiß jedenfalls, von wem ich nichts mehr kaufe. Leider hat das Unternehmen nie auf meine Anfragen geantwortet. Stevia ist hier wohl mehr ein Verkaufsargument (und ganz wenig ist vielleicht auch drin im Glas).

      Antwort

  6. Moin, moin aus Norddeutschland!

    Mir ist Stevia schon ca. 10 Jahre bekannt. Eben so lange, wie mein Blutzuckerproblem besteht.

    Damals habe ich Stevia noch als Zahnpflegemittel oder Badezusatz in der elektr. Bucht gekauft.
    Ich habe es dann einige Zeit benutzt u. mich an den blöden Geschmack gewöhnt.
    Irgendwann war es mal alle, da habe ich Süßstoff bei Feinkost Albrecht um die Ecke besorgt und aus Faulheit u. falscher Sparsamkeit weiterbenutzt.
    Nun bin ich seit ein paar Wochen insulinpflichtig und bin dazu noch ein ziemlich dicker Klops.
    Im Zuge einer Akupunktur-Behandlung beim Heilpraktiker (hat mir vor 2,75 Jahren das starke Rauchen abgewöhnt) zur Gewichtsreduzierung, kam das Gespräch auch auf Süßstoff.
    Der macht süchtig,ist stark Appetitt anregend und Schweine werden damit gemestet.
    Will ich das weiter zu mir nehmen? Wohl eher nicht.

    Also habe ich weiter in der Süssungslandschaft geforscht und ein bischen herum probiert.
    Von Stevia über Xylit(ol), auch Birkenzucker genannt, zu Erythrit oder Erythritol genannt.
    Keines der genannten Süssen wird insulin- oder blutzuckertechnisch im Körper verwurstet,
    aber Xylitol hat immer noch 40% der Kalorien des Zuckers und schmeckt auch irgendwie merkwürdig, obwohl es ein reines Naturprodukt ist und schon 1880 entdeckt wurde. Im Zuge der Gewichtsreduzierung fällt Xylit also aus. Das geschmackliche Problem und auch die Streckung von Stevia haben einige Vorschreiber nun schon abgehandelt. Das intensivste und geschmacklich beste Stevia ist das Rebaudiosid A. Für mich die beste Lösung ist eine Mischung aus 98,5% Erythritol u. 1,5% reines Rebaudiosid A. Das Zeugs ist kristallin wie Zucker und auch fast so zu verwenden. Wer schon an den Geschmack von Süßstofftabs gewöhnt ist, wird absolut keinen Geschmacksunterschied merken. Nur Zucker schmeckt halt wie Zucker.

    Ich bin da ein sehr süsser Konsument, früher 3 Teelöffel Zucker in Kaffee/Teepott oder später 5 Süßstoff Tabs sind bei mir normal. Jetzt verwende ich 3 Teelöffel Erythritol/Stevia.
    Ich verwende das Mittel um Tee u. Kaffee zu süßen. Auch Kaltgetränke stelle ich damit her.
    Früchtetee nach Geschmack aufbrühen u. abkühlen lassen, in PET-Flaschen füllen, Zuckerersatz und Zitrone dazu, ab in Kühlschrank. Oberlecker! Billiger und GESÜNDER als Brause Light oder Cola Light.
    Wer Intresse daran hat, wird schwer fündig. Hier aber ein Link zu Hilfe. Ist nicht mit mir verwandt oder verschwägert. Ok, billig ist der Spaß nicht wirklich, aber andere Anbieter langen richtig hin. Der hier hält sich noch vornehm zurück. Wer etwas Günstigeres findet, bitte melden!
    http://www.bioman.de/Zuckerersatz/Stevia–Zuckerersatz–Sweetner/Stevia-Streusuesse-Zuckerersatz.html

    Gruß Thomas

    Antwort

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