Privatfernsehen kostenpflichtig

tv_1 Das waren Zeiten, da startete das Fernsehprogramm erst am Nachmittag und endete irgendwann nach Mitternacht. Morgens gab es Schulfernsehen und hier und da mal eine Übertragung aus dem Bundestag. Heute läuft das Programm rund um die Uhr, Sendeschluß und Testbild sind Geschichte.

Wer im Schichtdienst arbeitet, wird das zu schätzen wissen, auch zu Unzeiten Fernseh gucken zu können. Aber die Gelder werden knapper und die Werbegelder im Privatfernsehen sprudeln längst nicht mehr so reichlich.

Daß die TV Inhalte mitlerweile austauschbar sind und selbst da wo Reality drauf steht nicht unbedingt Reality drin ist, das schrieb ich dieser Tage ja schon. Hauptsache man zieht möglichst viele Zuschauer mit zum nächsten Werbeblock. Der verbliebenen Rest zieht ab ins Internet.

Neben YouTube, MySpace & Co. sind die großen TV Sender alle im Netz mit Mediatheken vertreten. Sendung verpaßt? Einfach im Internet aufrufen oder als Podcast/Videocast runterladen. Aber auch hier läßt sich (momentan) nichts verdienen. Oder doch, wie Spiegel Online schreibt? Kleinvieh vermutlich.

Zeit also nach neuen Geldquellen Ausschau zu halten. Wie die Netzzeitung heute schreibt, möchte der Fernsehkonzern ProSiebenSat1 künftig eine Nutzungsgebühr von seinen Zuschauern nehmen. Rechnet mal durch wieviele Stunden am Tag ihr Pro7, SAT1, Kabel1 (und was sonst zu dem Konzern gehört) schaut und zwar bewußt schaut. Die Zeiten, in den der Fernseher nur läuft, um euch mit Pseudo Reality, Talk oder Soaps berieseln zu lassen zählt nicht. Bei mir kommt da im Schnitt keine Stunde am Tag zusammen.

Und ProSiebenSat1 sind nicht alleine mit dem Gedanken. Auch bei RTL (VOX, RTL II, Super RTL) überlegt man seit geraumer Zeit, wie sich der selbstproduzierte Serienkram zu Geld machen läßt. Vielleicht lassen sich die RTL Kanäle „RTL Crime“, „Passion“ und „RTL Living“ ja demnächst zu Geld machen. Hier läuft heute schon das, was anderswo keiner mehr wiederholen will. Gerecht wäre es ja dann nur, wenn man für jede Sendung einzeln zahlen müßte. Dann könnte der Schrott aus dem Programm endlich wieder raus, weil keiner bereit ist, dafür zu zahlen. Mal sehen, wie sich die Fernsehlandschaft weiter verändern wird, es bleibt spannend.