Freud und Leid des Internet

barcode3 Europäischer Datenschutztag in Berlin, Gelegenheit mal wieder über Gefahren des Internets zu berichten. Es ist schon einige Zeit her, da bekam ich Post von einem Anwalt, ich solle doch bitte die gekaufte Druckerpatrone bezahlen und zusätzlich Mahn- und Anwaltsgebühren.

Die beiliegende Kopie einer Rechnung war adressiert an eine Firmenadresse im Nachbarhaus. Ich hatte keine Patrone gekauft und nie Kontakte zu der besagten Firma. Außerdem war die Firma im Nachbarhaus zu dem Zeitpunkt bereits seit einem halben Jahr ausgezogen.

Ein Anruf bei besagtem Anwalt klang zunächst ein bischen wie „… tja jetzt haben wir dich erwischt“, schnell stellte sich aber heraus, daß ich nicht der richtige Ansprechparner für diese Mahnung war. Warum man mich angeschrieben hatte? In einer Auskunftsplattform irgendwo im Internet stand, ich wäre jetzt Geschäftsführer dieser Firma. Hier hatte wohl jemand Äpfel und Birnen in eine Kiste gekippt. Ich habe dem Eintrag umgehend schriftlich wiedersprochen und unter Androhung rechtlicher Schritte die Löschung meines Namens veranlaßt. Das war noch vor dem großen Run auf Facebook & Co.

Mitlerweile vergeht kaum ein Monat, in dem nicht Meldungen die Runde machen, irgendein Unternehmen ist wieder leichtfertig mit seinen Kundendaten umgegangen oder irgendeine Datenbank mit Kontodaten wurde gehackt. Und im Zeitalter von Web 2.0 hinterläßt jeder Internetuser zusätzlich freiwillig seine Spuren im Netz. Hand hoch, wer von euch ist nicht mindestens bei einem der folgenden Plattformen Mitglied:

  • Facebook
  • Xing
  • StudiVZ / SchülerVZ
  • Stayfriends
  • Wer kennt wen
  • Wasabi (früher Passado)
  • Flickr
  • Sevenload

Überall kann man Profile anlegen und mehr oder weniger interessante Dinge über sich preisgeben. Die Tagesschau titelt dazu heute „Profile mit Selbstentblößungsgefahr„.

Und dann war da ja noch der junge Mann aus Bordeaux (Frankreich). Er heißt Marc L. und plötzlich war Marcs Online-Leben in einem gedruckten Magazin. Redakteure recherchierten im Mitmachweb, befragten Google und stießen dabei rein zufällig auf Marc.

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